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"Aufstand der Fischer von St. Barbara" (1928)

1928 erhielt Anna Seghers für die Erzählung "Aufstand der Fischer von St. Barbara" (erschienen im Verlag Gustav Kiepenheuer) und die im Jahr zuvor in der Frankfurter Zeitung abgedruckte Erzählung "Grubetsch" den Kleistpreis, den renommiertesten deutschen Literaturpreis für junge Schriftsteller.

Die Erzählung schildert den – gescheiterten – Aufstand und Streik der Fischer des Dorfes St. Barbara, eines nicht genau zu lokalisierenden Ortes am Meer. Der Revolutionär Hull kommt nach St. Barbara, um die Fischer gegen Ausbeutung und Übermacht der Reeder zu organisieren und für sie bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen durch Streik zu erzwingen. Hull stößt erst auf Ablehnung, doch mit einiger Mühe und der Unterstützung des jungen Andreas, der sein Adept wird, und des alten Kedennek, dessen revolutionärer Geist langsam aus der Gewohnheit der Entbehrungen wiedererwacht, erreicht er eine Solidarisierung der Fischer von St. Barbara und der benachbarten Dörfer.
Die Ausfahrt der Fischer erfolgt schließlich doch zu den alten Bedingungen, nachdem der Aufstand vom Militär blutig niedergeschlagen wurde. Aber so kurz er dauerte und so wenig sichtbaren Erfolg er erwirkte, bleibt er doch als Möglichkeit und Versprechen im Bewußtsein der Menschen.

Schon die zeitgenössische Kritik erkannte eine Qualität Seghersscher Prosa im Kompositionsprinzip der Spannung zwischen den religiös-mythischen Zügen einerseits (die Allegorie des Aufstands in der Eingangsszene, die Erlöserfigur Hull, die märtyrerhaften Züge von Andreas und dem alten Kedennek) und den eindringlich-realistischen Darstellungen der Armut unter den Fischern und der atmospärischen Schilderungen andererseits.

Aufstand der Fischer von St. Barbara
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